ATP Wetten Schweiz 2026
Wer in der Schweiz auf die Herrentour wettet, hat keine Auswahl unter Dutzenden Marken, sondern ein gesetzlich geschlossenes Feld. ATP Wetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz; anbieten dürfen sie nur Swisslos unter dem Namen Sporttip und die Loterie Romande unter Jouez Sport, und zwar nur über die Wettbewerbe und Wettarten, die die Gespa überhaupt zulässt. Alles andere läuft ausserhalb dieses Rahmens.
Stand: 19 Oktober 2026 · geprüft gegen die Gespa-Bewilligungsliste und die Spielregeln von Sporttip und Jouez Sport.
- Die zwei bewilligten Veranstalter im Vergleich
- Was ATP Wetten in der Schweiz sind
- Wie die Quote entsteht und was sie enthält
- Wettarten und ihr Risiko
- Spielplan und Turniere der ATP Tour
- Rechtliche Lage: was erlaubt ist und was nicht
- Spielerschutz und Verlustlimiten
- Boni und Quotenboosts: was Marketing kostet
- Online-Registrierung und Verifikation
- Sporttip im Profil
- Loterie Romande Jouez Sport im Profil
- Ausländische Marken: warum sie hier stehen
- Reingewinn, Fördern und Marge
- Cash-Out: was es ist und was es kostet
- Wann gilt eine Wette, wann nicht?
- Quotenkalkül für den Spielenden
- Häufige Fragen zu ATP Wetten in der Schweiz
Die zwei bewilligten Veranstalter im Vergleich
Die Schweiz hat den Sportwettenmarkt 2019 gesetzlich geschlossen. Veranstalter von Sportwetten brauchen eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine Spielbewilligung, und der Kreis der Bewilligungsinhaber ist auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sitz in Basel für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, sowie die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne für die sechs Westschweizer Kantone. Wer in seinem Kanton nur einen der beiden Anbieter nutzen kann, hat keine Auswahl; wer im Nachbarkanton wohnt, hat keinen Zugang zum anderen. Die Tabelle ordnet beide nach dem, was sich beim Konto und an der Kasse prüfen lässt.

| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter und Produkt |
|---|---|---|
| Sporttip (Swisslos) | Gespa-Bewilligung als Grossspiel nach BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip |
| Jouez Sport (Loterie Romande) | Gespa-Bewilligung als Grossspiel nach BGS | Loterie Romande, Lausanne; Produkt Jouez Sport |
| Rabona | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Fezbet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| PowBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| HornetBet | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
| BetFury | ohne Schweizer Bewilligung | ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung |
Die letzten acht Marken erscheinen hier, weil Spielende in der Schweiz sie sehen; ein Wettkonto lässt sich dort aber nur eröffnen, wenn man sich absichtlich der Schweizer Aufsicht entzieht. Eine Lizenz aus Malta oder Curaçao gilt in der Schweiz nicht (Art. 4 BGS), die Marken sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen und können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden. Wer dort spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg.
Was ATP Wetten in der Schweiz sind
ATP Wetten sind Wetten auf Spiele der Herrentennis-Tour, der höchsten Turnierserie im Profitennis. Die Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November mit den ATP Finals der acht besten Spieler der Saison; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen. Die vier Grand-Slam-Turniere werden vom Weltverband ITF veranstaltet und gehören nicht zur ATP Tour; sie sind aber als Wettbewerbe auf der Gespa-Liste geführt, wenn sie zur Wettabgabe zugelassen sind.

Die Tour 2025 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere; gegenüber 2024 waren es 13 ATP-500-Turniere und 38 ATP-250-Turniere, mit Dallas, Doha und München, die zu ATP-500-Turnieren aufstiegen. Die Saison 2026 startete am 2. Januar 2026; Carlos Alcaraz gewann das Herreneinzel-Finale der Australian Open 2026 gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5. Für 2026 enthält der Spielplan die Masters in Indian Wells, Miami, Monte Carlo, Madrid, Rom, Kanada, Cincinnati, Shanghai und Paris-Bercy sowie die übliche Folge von 500er- und 250er-Turnieren; ein konkretes Datum, ein konkreter Sieger eines Turniers taucht erst auf, wenn das Wettprogramm es listet. Was an einem Turnier zur Wette steht, bestimmt nicht der Anbieter, sondern die Gespa-Liste der zugelassenen Wettbewerbe und Wettarten.
Das verändert die Art, wie man ATP Quoten liest. Eine Quote ist nicht nur die Einschätzung des Buchmachers zum Spiel; sie liegt im Kondensat von Belag, Form, Head-to-Head und der Marge, die der Anbieter einkalkuliert. Auf Sand läuft ein Spieler anders als auf Hartplatz oder Rasen, in der ersten Runde eines Masters anders als im Finale eines 250er-Turniers, nach einer Verletzungspause anders als nach zehn Siegen in Folge. Wer auf den Namen setzt, ohne den Belag zu prüfen, zahlt die Quote eines anderen Spiels.
Wie die Quote entsteht und was sie enthält
Eine Wettquote drückt aus, wieviel Einsatz ein erfolgreiches Spiel zurückzahlt, und sie folgt aus den Wahrscheinlichkeiten, die der Anbieter den Ausgängen zuweist. Bei einem Match ohne Vorteil setzt ein Anbieter beide Spieler auf 1.90 und 1.90 — die Summe der Wahrscheinlichkeiten ist dann 1/1.90 + 1/1.90, also ungefähr 1,053. Die Auszahlungsquote ist 1 ÷ 1,053, also etwa 95 Prozent, und die Marge ist 100 − 95, also rund 5 Prozent von jedem Franken, der auf den Markt gesetzt wird. Bei 1.85 und 1.85 läge die Auszahlungsquote tiefer, bei 1.95 und 1.95 höher. Die Quote enthält also zwei Dinge: die Markteinschätzung und den Anteil, den der Anbieter sich nimmt.

Belag prägt als weniger Einfluss, als viele denken. Auf Sand werden die Beine schwerer, die Ballwechsel länger, die Aufschlagspiele kürzer; auf Hartplatz ist es umgekehrt. Auf Rasen, der im Spielplan der ATP nur zwischen Wimbledon und der US Open steht, gilt wieder anderes. Eine Quote, die auf Hartplatz fair aussieht, kann auf Sand zu niedrig sein, wenn ein Spieler dort seine Stärke verliert; umgekehrt kann eine Quote auf Sand zu niedrig sein, wenn ein Spieler mitten in der Rasensaison auf Hartplatz spielt. Wer ohne Blick auf den Belag liest, sieht eine Quote, die der Anbieter auf einem anderen Belag kalkuliert hat.
Form prägt stärker, als der Name vermuten lässt. Ein Spieler, der fünf Spiele in Folge auf Sand verloren hat, trägt seine Quote auch auf Hartplatz mit Verlusten im Gepäck; ein Spieler, der nach Verletzung zurückkommt, trägt das Risiko einer erneuten Pause. Das ATP-Ranking ist eine Mediaskala, kein Formmesser, und die Buchmacher kalkulieren mit den letzten Wochen, nicht mit dem Jahresschnitt. Wer auf eine Quote setzt, ohne die letzten Resultate zu prüfen, zahlt das Ranking eines anderen Spielers.
Die Marge selbst ist nicht versteckt, aber sie steht nicht auf dem Wettschein. Sie steckt in der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Markts. Eine 1X2-Wette auf einen Tennis-Match hat drei Ausgänge: Sieg Spieler A, Sieg Spieler B, und bei den meisten Buchmachern keine Aufgabe für ein Unentschieden, weil ein Tennismatch so endet. Eine Zwei-Wege-Wette auf 1.90 und 1.90 hat rund 5 Prozent Marge; eine auf 1.85 und 1.85 etwa 8 Prozent; eine auf 1.95 und 1.95 rund 2,5 Prozent. Wer zwei Anbieter vergleicht, vergleicht nicht zwei Einschätzungen, sondern zwei Margen plus zwei Einschätzungen; bei Sporttip und Jouez Sport heisst das, die zweite Entscheidung ist die Gespa-Liste, die bestimmt, ob dieser Markt überhaupt angeboten wird.
Wettarten und ihr Risiko
Spielsieger, Satzwetten, Handicaps und Über/Unter-Wetten verteilen das Risiko unterschiedlich. Die Spielsieger-Wette ist am einfachsten: wer gewinnt, gewinnt die Wette. Eine Satzwette setzt auf die Zahl der Sätze, etwa auf einen klaren Zweisatzsieg eines Favoriten. Eine Handicap-Wette gibt dem Aussenseiter einen fiktiven Satz oder ein fiktives Spiel vor; ein -3,5-Spiel-Handicap auf den Favoriten gewinnt, wenn er mit zwei klaren Sätzen und einer Differenz von vier oder mehr Spielen gewinnt. Eine Über/Unter-Wette setzt auf das Total der Spiele im Match, etwa Über 21,5 oder Unter 22,5.
Cash-Out bei Sporttip ist eine vorzeitige Auszahlung, deren Betrag tiefer liegt als der mögliche Wettgewinn ohne Cash-Out, vom Stand der Sportereignisse abhängt und von Swisslos jederzeit geändert werden kann; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie für jeden Markt. Bei Sporttip kann in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — eine Wette mit Quote 1.00 gewertet werden, und Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen ebenfalls mit Quote 1.00. Auf den ersten Blick klingt Cash-Out nach einer Möglichkeit, eine Wette früh zu sichern; in der Praxis ist es eine Wette des Anbieters gegen den Spielenden zu dessen Bedingungen, deren Quote Swisslos selbst bestimmt.
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird.
Bei Sporttip wird die reguläre Spielzeit als die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit verstanden; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Auf ein ATP-Match passt diese Definition in den allermeisten Fällen, weil ein Tennismatch ohne Satzgewinn endet; bei einem Fussballspiel ist die Frage, wann die reguläre Spielzeit endet, eine andere.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten) und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer CHF 10 auf eine Einzelwette mit Quote 1.85 setzt, gewinnt bei einem Sieg CHF 18,50 brutto, also CHF 8,50 Nettogewinn; bei einer Kombiwette aus zwei Quoten von 1.85 und 2.10 wird die Gesamtquote mit 3,885 multipliziert, der Gewinn mit dem Einsatz, das Ergebnis auf zwei Nachkommastellen gerundet und auf 5 Rappen genau abgerundet.
Marge einer Spanne: Zwei-Wege-Markt
Ein illustrativer Zwei-Wege-Markt zu 1.90 / 1.90 hat eine Auszahlungsquote von rund 95 Prozent und eine Marge von ungefähr 5 Prozent — also etwa 5 Rappen von jedem eingesetzten Franken, den der Anbieter im Durchschnitt behält. Bei einer Quote von 1.85 / 1.85 sinkt die Auszahlungsquote auf etwa 92 Prozent, die Marge steigt auf rund 8 Prozent; bei 1.95 / 1.95 steigt die Auszahlungsquote auf etwa 97 Prozent und die Marge sinkt auf rund 2,5 Prozent. Die Marge ist ein Mittelwert über viele Wetten, kein Ergebnis einer einzelnen Wette. Eine einzelne Wette gewinnt oder verliert zu einer konkreten Quote, nicht zu einer Marge; die Marge ist der Preis, den die Summe aller Wetten auf diesen Markt im Durchschnitt zahlt.
Ein Tennismatch ist in der Regel ein Zwei-Wege-Markt ohne Unentschieden, weil ein Match endet, sobald ein Spieler zwei Sätze (drei in den Herren-Grand-Slam-Turnieren) gewonnen hat. Der Anbieter kalkuliert auf diesen zwei Ausgängen; bei Buchmachern in anderen Märkten mit drei Ausgängen kommt ein dritter Kehrwert dazu, und die Auszahlungsquote sinkt, die Marge steigt. Eine Zwei-Wege-Wette ist also nicht «besser», sondern schmaler kalkuliert.
Was auf den ersten Blick wie ein paar Rappen pro Franken aussieht, wird über ein Jahr gerechnet zum grössten Posten. Bei einem Markt mit 5 Prozent Marge verliert ein Spielender, der konsequent ohne Vorteil setzt, etwa CHF 5 von CHF 100 Einsatz im Durchschnitt. Wer ein Jahr lang jede Woche CHF 50 auf ATP-Matches setzt, hat CHF 2’600 eingesetzt und im Durchschnitt CHF 130 an die Marge abgegeben. Das ist nicht der Verlust eines schlechten Tages, sondern der Verlust der Struktur, in der Wetten ein Geschäft ist.
Spielplan und Turniere der ATP Tour
Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen. Die Saison 2026 startete am 2. Januar 2026. Die Australian Open im Januar ist das erste Grand-Slam-Turnier des Herren-Kalenders, gehört aber zur ITF und nicht zur ATP Tour; im Herren-Tennis gibt es im Kalenderjahr vier Grand-Slam-Turniere. Die Masters-1000-Turniere sind die wichtigste Stufe unterhalb der Grand Slams; neun davon stehen im Kalender. Die ATP-500-Turniere sind die zweithöchste Stufe, die ATP-250-Turniere die dritte.
Die ATP Finals bilden jeweils im November den Saisonabschluss der ATP Tour für die acht besten Spieler der Saison. Sie stehen in der Regel in Turin; das Format hat sich über die Saisons geändert, das Grundprinzip ist geblieben: acht Spieler, zwei Gruppen, Halbfinals, Finale. Wer dort wettet, wettet auf den Besten der Besten, und die Quoten liegen entsprechend enger; auf einem 250er-Turnier in der ersten Runde sind sie weiter, weil das Feld ungleicher ist.
Eine Wette auf ein Grand-Slam-Turnier ist nicht automatisch eine bessere Wette als auf ein 250er-Turnier. Die Quote reflektiert das Feld. Auf den ersten Runden der Australian Open trägt der Favorit oft eine Quote von 1.05 bis 1.20, der Aussenseiter eine von 5.00 bis 15.00; auf einem 250er-Turnier liegen dieselben Spieler dichter beieinander, die Quote des Favoriten bei 1.30 bis 1.60, die des Aussenseiters bei 2.20 bis 3.50. Eine Quote unter 1.20 enthält einen hohen Anteil impliziter Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter einkalkuliert; der Nettogewinn bei einem CHF 1-1-Einsatz ist 20 Rappen, und das Risiko, einen Satz abzugeben, ist real. Eine Quote von 1.50 bringt 50 Rappen Nettogewinn pro Franken Einsatz, aber der Aussenseiter hat eine reelle Chance, einen Satz zu gewinnen; die Wahl ist nicht zwischen «risikolos» und «riskant», sondern zwischen zwei Risiken unterschiedlicher Grösse.
Die Tour umfasste 2025 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere. Die Saison 2025 lief mit 16 ATP-500-Turnieren statt 13 wie 2024, weil Dallas, Doha und München aufstiegen. Für die Saison 2026 ist die Zahl der ATP-500-Turniere noch nicht endgültig festgelegt, wenn der Spielplan aus der Sommerpause in den Herbst läuft; einzelne Auf- und Abstufungen werden unterjährig entschieden und stehen erst fest, wenn die ATP den Spielplan für 2026+1 veröffentlicht. Wer auf ein bestimmtes Turnier warten will, prüft das Wettprogramm von Sporttip oder Jouez Sport zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Für die Wettabgabe in der Schweiz bedeutet das: nicht jedes ATP-Turnier ist auf der Gespa-Liste der zugelassenen Wettbewerbe, und nicht jedes auf der Liste hat alle Wettarten. Was an einem Turnier zur Wette steht, ist eine Funktion der Liste und des Wettprogramms, nicht der Werbung des Anbieters. Wer auf ein 250er-Turnier in einer ungewöhnlichen Woche wetten will, prüft vorher, ob es im Wettprogramm auftaucht.
Rechtliche Lage: was erlaubt ist und was nicht
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt. Die Gespa ist nicht zu verwechseln mit der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt; Sportwetten fallen in die Zuständigkeit der Gespa. Eine Bewilligung besteht aus einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung in der Schweiz Sportwetten anbietet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS); Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist eine Übertretung und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 74 Abs. 3, Art. 131 BGS).
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos (Sitz in Basel) veranstaltet Sporttip für die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie für das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; Loterie Romande (Sitz in Lausanne) veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Wer in seinem Kanton wohnt, hat Zugang nur zu dem Anbieter, der für diesen Kanton zugelassen ist; ein Deutschschweizer Konto gibt es nicht bei Loterie Romande und ein Westschweizer Konto nicht bei Swisslos.
Was gewettet werden darf, bestimmt die Liste. Die Gespa führt eine Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS; Stand 10.09.2026). Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind nicht zugelassen. Qualifikationsrunden sind nur wetbar, wenn sie auf der Liste stehen; Damen-Wettbewerbe nur, wenn sie auf der Liste stehen; Rangierungswetten nur, wenn die Rangierung den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet; Trainingsläufe sind nie wetbar. Die Liste zeigt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine esports-Sektion. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Live-Wetten sind zugelassen, vor Spielbeginn und live, sofern der Anbieter eine entsprechende Bewilligung hält; das BGS kennt keine statutarische Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte.
Das hat eine Konsequenz, die im Alltag leicht übersehen wird: nicht jede Wette, die ein Schweizer Spielender bei Sporttip oder Jouez Sport sieht, ist auf jeder Liste, und nicht jede Quote gilt ein Land. Was an einem Turnier zur Wette steht, ist eine Funktion der Liste und des Wettprogramms; was an einem konkreten Spiel zur Wette steht, ist eine Funktion der Liste und der Veranstaltungsdetails.
Zahlungen laufen über ein Konto auf den Namen des Spielenden (Art. 50 Abs. 2 VGS); anonymer oder Krypto-Auszahlungen gibt es bei bewilligten Schweizer Anbietern nicht, und Kredit an Spielende ist ausgeschlossen (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmittel ein Anbieter akzeptiert, regelt er in seinen Bedingungen; die Schweiz hat kein Zahlungsverrechnungs-Sperrmittel gegen nicht bewilligte Wettanbieter.
Steuerlich sind Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; oberhalb wird er besteuert. Der Bundesfreibetrag beträgt ab 1.1.2026 CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400), der kantonale Freibetrag unterscheidet sich, weshalb «je nach Kanton» die richtige Formulierung ist und ein einzelner kantonaler Betrag nicht. Oberhalb des Freibetrags zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Wer unter dem Freibetrag bleibt, hat keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz gibt es nicht; das ist ein Posten, der nicht auf den Wettschein gehört. Die Auskunft ist allgemein, nicht persönlich; «Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen» ist die richtige Schlusspointe.
Werbung für bewilligte Sportwetten darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht Minderjährige oder gesperrte Personen ansprechen (Art. 74 BGS); Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Gespa 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Wer einen Promo-Code für einen ausländischen Anbieter sieht, sieht Werbung für ein nicht bewilligtes Angebot.
Ausländische Lizenzen — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — haben in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Spielenden werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Schutz oder eine Schweizer Fairness-Kontrolle. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS sperren (Art. 86–93 BGS; erste Liste am 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025); gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt (Domain-Hopping). Die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 als auf der Liste.
Spielerschutz und Verlustlimiten
Sportwetten sind in der Schweiz für Personen ab 18 Jahren zugänglich; Minderjährige sind online ausgeschlossen (Art. 72 BGS). Pro Person ist ein Konto mit verifizierter Identität zugelassen (Art. 47–52 VGS). Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — eine Sperre, die nicht nur Wettkämpfer im engeren Sinn, sondern auch Trainer, Schiedsrichter und andere am Ereignis beteiligte Personen einschliesst.
Verlustlimiten setzen die Spielenden selbst, nicht der Staat. Die Veranstalter müssen einen oder mehrere Höchstwerte für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust verlangen (Art. 87 VGS); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 24 Stunden statutarisch. Swisslos wendet in seinen Bedingungen 72 Stunden an: vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Schweiz kennt keinen statutarischen festen Einsatzhöchstbetrag; was an maximalem Einsatz gilt, ist die Limite, die der Spielende selbst setzt, plus die operativen Limits des Anbieters (siehe unten).
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Diese Limits sind betriebliche Limits des Anbieters und keine gesetzlichen Limits.
Spielsperre ist der andere Hebel. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Register ist die gleiche Sperre, die ein Spielender bei einer Casino-Sperre erwirkt; wer sich bei Swisslos sperrt, ist auch aus den Casinos ausgeschlossen, und umgekehrt. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS); eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Der Mechanismus ist also kein Werbeversprechen, sondern eine Folge der Selbstsperre mit verbundener Wirkung über mehrere Anbieter hinweg.
Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt: in 47,5 Prozent von 200 Fällen wurde an Minderjährige eine Sportwette verkauft. Das ist keine Aussage über die Online-Plattformen, sondern über die Verkaufsstellen, und sie zeigt, dass die Selbstkontrolle an der Kasse nicht ausreicht; Spielende, die am Schalter kaufen, sollten ihre eigene Limite setzen und ihre Identität prüfen lassen.
Boni und Quotenboosts: was Marketing kostet
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein Boost ist keine kostenlose Quote; er ist eine vorübergehende Erhöhung, die an die Bedingung geknüpft ist, sie in dieser Form und in diesem Zeitfenster zu nutzen. Wer den Boost nimmt, übernimmt die Quote, die der Anbieter festlegt, nicht die Quote, die der Markt hätte. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost; das ist eine Klausel, die im Kleingedruckten steht und im Erlebnis eines frühen Ausstiegs verschwindet.
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Ein Kombiboost auf fünfzehn Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50 ist eine Rechnung, die in den meisten Fällen nicht aufgeht: die Wahrscheinlichkeit, dass fünfzehn Voraussagen mit Quote 1.50 alle eintreffen, liegt bei etwa 1 zu 116’000; die Auszahlungsquote eines Markts mit 5 Prozent Marge senkt die effektive Auszahlung des Boost zusätzlich. Wer den Boost nimmt, kauft eine Wette, deren Auszahlung im Durchschnitt unter dem Einsatz liegt; der Boost erhöht die Auszahlung im Erfolgsfall, aber die Basis ist eine Quote, die bereits die Marge enthält.
Was «kostenlos» an einem Boost kostet, ist die Marge, die der Anbieter ohnehin nimmt, plus die Bedingung, ihn nur in dieser Form zu nutzen. Eine normale Einzelwette auf Quote 1.90 zahlt im Erfolgsfall 90 Rappen pro Franken; eine geboostete Einzelwette auf 2.50 zahlt 1.50 Franken, aber die implizite Wahrscheinlichkeit, mit der der Anbieter die Auszahlung kalkuliert, ist höher als die Wahrscheinlichkeit, dass die Wette eintrifft. Im Ernstfall heisst das: der Boost ist eine Marketing-Sprache, kein Geschenk, und die Seite, die ihn beschreibt, schuldet dem Leser die Rechnung dahinter.
Online-Registrierung und Verifikation
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt, registriert sich bei Loterie Romande; ein Konto bei beiden Anbietern ist nicht möglich.
Die Registrierung selbst dauert wenige Minuten; die Verifikation einige Stunden bis wenige Tage, je nach Auslastung und Ausweistyp. Eine Wohnsitzbestätigung kann verlangt werden, wenn die Adressdatenbank den Ausweis nicht eindeutig zuordnen kann; eine ausländische Identität ohne Schweizer Wohnsitz wird nicht akzeptiert. Wer die Sperre nennt, wird abgelehnt; wer das Alter verschweigt, wird bei der Ausweisung älter gemacht.
Wer im Fürstentum Liechtenstein wohnt, hat Zugang zum Swisslos-Vertragsgebiet und damit zu Sporttip; das gilt unabhängig von einer Schweizer Staatsbürgerschaft, weil der Wohnsitz im Vertragsgebiet zählt. Wer nur über einen Wochenendaufenthalt in der Schweiz verfügt, hat keinen Zugang zum Schweizer Vertragsgebiet, weil der gewöhnliche Aufenthalt fehlt.
Sporttip im Profil
Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel; die Aufsicht führt die Gespa, nicht die ESBK. Das Vertragsgebiet umfasst 19 Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Das Sporttip-Angebot umfasst Prematch- und Live-Wetten auf Wettbewerbe und Wettarten, die auf der Gespa-Liste stehen; Cash-Out ist verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out. Quotenboosts und Profitboosts sind online, einmal pro Spielende und in Einsatz und Erhöhung limitiert; der Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50. Limits: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 für Systemwetten; Limits können jederzeit geändert werden. Verlustlimiten werden vom Spieler für 1, 7 und 30 Tage gesetzt (maximal CHF 9’999 pro Zeiteinheit, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe); aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Das ist der Cash-Flow, der das Angebot finanziert; ein Teil des Einsatzes fliesst zurück in die Sportförderung, ein Teil in die Marge.
Für ATP Wetten ist Sporttip die richtige Adresse für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein. Wer dort ein Konto hat, kann auf die Spiele der Herrentour wetten, soweit die Gespa-Liste es erlaubt; das Wettprogramm ist auf Tennis ausgerichtet, die Quoten enthalten die Marge, und Cash-Out steht unter den im Abschnitt Cash-Out beschriebenen Bedingungen zur Verfügung. Wer ein Wochenende am Schalter wettet, kann die gleiche Wette an einer Verkaufsstelle platzieren, mit den gleichen Limits und der gleichen Quote.
Loterie Romande Jouez Sport im Profil
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung ist analog zu Swisslos: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung pro Spiel, Aufsicht durch die Gespa.
Das Jouez-Sport-Angebot ist auf den Wettbewerb mit Sporttip ausgerichtet, nicht auf eine Erweiterung; es gibt dieselben Wetten auf die gleichen Wettbewerbe, soweit die Gespa-Liste es erlaubt, mit einer eigenen Quotenkalkulation und eigenen Limits. Die Verlustlimiten werden bei der Registrierung gesetzt; das Verfahren ist mit dem von Swisslos identisch, weil die Gespa-Vorgaben gleich sind. Eine Spielsperre wird im gleichen Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Liechtenstein.
Für die Westschweiz ist Jouez Sport die einzige bewilligte Adresse für Sportwetten; ein Wechsel nach Sporttip ist nicht möglich, weil der Wohnsitz im Vertragsgebiet fehlt. Wer in Genf wohnt und in den Deutschschweizer Kanton zieht, wechselt den Anbieter mit dem Wohnsitz; das Konto wird nicht automatisch übertragen, das Geld wird ausgezahlt, und das neue Konto wird neu eröffnet.
Ausländische Marken: warum sie hier stehen
Die letzten acht Marken in der Tabelle sind ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung: Rabona, Jackbit, Sportuna, Fezbet, Boomerang Bet, PowBet, HornetBet und BetFury. Eine Lizenz aus Malta oder Curaçao hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS); die Marken sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, und es gibt im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg. Wer dort ein Konto eröffnet, spielt auf einer Plattform, die in der Schweiz gesperrt werden kann, und auf eine Wette, die im Streitfall vor einem ausländischen Gericht verhandelt wird.
Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS sperren (Art. 86–93 BGS); gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt (Domain-Hopping). Wer eine ausländische Plattform nutzt, sieht sich der Möglichkeit gegenüber, dass die nächste Sperre den Zugang unterbricht und das Geld auf dem Konto blockiert; die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele und führt bet365 als auf der Liste.
Steuerlich werden Gewinne ausländischer Anbieter im Kanton Thurgau als voll steuerbares Einkommen behandelt, unabhängig vom Betrag; in anderen Kantonen gilt die übliche Praxis, Gewinne aus ausländischen Grossspielen ebenfalls als steuerbares Einkommen zu behandeln. Eine Schweizer Verrechnungssteuer auf ausländische Gewinne gibt es nicht. Die Auskunft ist allgemein; die kantonale Steuerverwaltung gibt den konkreten Fall.
Die letzten acht Marken stehen in der Tabelle, weil Schweizer Spielende sie sehen; sie sind keine Empfehlung. Wer eine Plattform mit Schweizer Bewilligung sucht, hat zwei Adressen; wer eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung sucht, hat viele Adressen und keinen Schweizer Schutz. Wer auf einer ausländischen Plattform spielt, sollte sich bewusst sein, dass er auf einer Plattform spielt, die in der Schweiz gesperrt werden kann, dass sein Geld im Streitfall nicht über die Schweizer Aufsicht geschützt ist, und dass die Marge, die der Anbieter nimmt, in keinem Schweizer Register steht.
Reingewinn, Fördern und Marge
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Das ist der Cash-Flow, der die Sportförderung trägt: ein Teil des Einsatzes, der nicht als Gewinn ausgeschüttet wird, fliesst in die Kantone und in die Stiftung; ein Teil wird als Marge einbehalten; ein Teil deckt die Kosten des Anbieters. Die Zahl ist kein Argument für eine Wette; sie ist die Struktur, in der die Wette stattfindet.
Die Loterie Romande veröffentlicht analoge Zahlen; das Verhältnis Sportwetten zu Lotterien unterscheidet sich, weil das Westschweizer Vertragsgebiet kleiner ist. Für beide Anbieter gilt: ein Teil des Reingewinns fliesst zurück in die Kantone, ein Teil in die Marge, ein Teil in die Sportförderung. Die Marge ist nicht versteckt; sie ist der Anteil, der nicht ausgeschüttet wird und nicht als Reingewinn in die Fonds fliesst. Wer die Rechnung sehen will, sieht sie im Geschäftsbericht, nicht im Wettschein.
Cash-Out: was es ist und was es kostet
Cash-Out bei Sporttip ist eine vorzeitige Auszahlung, deren Betrag tiefer liegt als der mögliche Wettgewinn ohne Cash-Out, vom Stand der Sportereignisse abhängt und von Swisslos jederzeit geändert werden kann. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie für jeden Markt.
Die Mechanik ist einfach: der Anbieter kauft dem Spielenden die Wette zu einem niedrigeren Preis ab, als sie bei einem Gewinn ausgezahlt hätte, und übernimmt damit das Risiko der offenen Wette. Der Preis, den der Anbieter zahlt, ist eine Funktion seiner Einschätzung des Spiels in diesem Moment. Wer eine Wette früh platziert und cashed out, wenn der Favorit den ersten Satz verliert, verkauft die Wette zu einem Preis, der die Wende einpreist; wer die Wette hält, trägt das Risiko, dass der Aussenseiter den Match dreht. Cash-Out ist also kein «Sichern» des Gewinns, sondern ein Verkauf der Wette zu einem Preis, den der Anbieter in diesem Moment festlegt. Bei einem Cash-Out verfällt zudem ein allfängiger Quotenboost oder Kombiboost.
Die psychologische Versuchung von Cash-Out liegt in der Sichtbarkeit: der Spielende sieht einen Betrag auf dem Bildschirm und klickt, bevor er die Rechnung prüft. Die ökonomische Realität ist, dass der Anbieter das Cash-Out-Angebot so kalkuliert, dass es im Durchschnitt günstiger ist als das Halten der Wette; sonst wäre das Cash-Out-Angebot ein Verlustgeschäft. Wer Cash-Out nutzt, weil er das Risiko nicht halten will, hat eine Wahl zwischen Risiko und niedrigerem Erwartungswert; die richtige Wahl hängt vom Spiel und vom Spielenden ab, nicht vom Anbieter.
Wann gilt eine Wette, wann nicht?
Die reguläre Spielzeit bei Sporttip umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Auf ein ATP-Match passt diese Definition ohne Anpassung, weil ein Tennismatch im Regelfall mit dem Gewinn von zwei Sätzen (drei in den Herren-Grand-Slam-Turnieren) endet; eine Wette auf den Match-Sieger gilt damit beim ersten Satzgewinn eines Spielers, der den dritten Satz erreicht.
Bei Live-Wetten bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — die Liste ist beispielhaft für Fussball) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Bei ATP-Matches gibt es keine spielentscheidenden Situationen in diesem Sinn; ein gebrochener Aufschlag, ein medizinischer Timeout, ein Wetterunterbruch werden nicht zu Quote 1.00 gewertet, soweit die Quote nicht anderweitig ausgesetzt wird. Wer eine Quote zum Live-Wetten will, ist an die Regeln des Wettprogramms gebunden, nicht an die Werbung des Anbieters.
Eine Wette wird ungültig, wenn das Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird. In diesem Fall erstattet Sporttip den Einsatz zurück; die Rechnung hängt am Wettprogramm, nicht an einer Regel, die der Spielende auswendig kennt. Wer eine Wette auf ein Spiel platziert, das verschoben wird, prüft die Mitteilung von Sporttip oder Jouez Sport und wartet ab, ob das Spiel innerhalb der 48 Stunden nachgeholt wird; eine Rückerstattung ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Folge der Frist.
Quotenkalkül für den Spielenden
Eine Quote ist eine Funktion von drei Dingen: der Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter dem Ausgang zuweist, der Wahrscheinlichkeit, die der Spielende selbst sieht, und der Marge, die der Anbieter nimmt. Wer eine Wette platziert, vergleicht seine eigene Einschätzung mit der des Anbieters; wer die Einschätzung des Anbieters für richtig hält, wettet nicht. Eine Quote von 1.90 auf den Favoriten heisst, der Anbieter sieht den Favoriten bei etwa 53 Prozent; wer den Favoriten bei 60 Prozent sieht, sieht einen Wert von 0,60 × 1,90 − 1 = 14 Prozent pro Franken Einsatz. Wer den Favoriten bei 50 Prozent sieht, sieht keinen Wert.
Belag und Form sind die zwei Variablen, die der Buchmacher einpreist und die der Spielende selbst kennen kann. Eine Quote auf Hartplatz sagt nichts über die Quote auf Sand; eine Quote auf einem 250er-Turnier sagt nichts über die Quote bei einem Masters. Wer auf eine Quote setzt, ohne den Kontext zu prüfen, vergleicht seine Einschätzung mit einer Quote, die der Anbieter auf einem anderen Kontext kalkuliert hat. Das ist der häufigste Fehler von ATP-Wettenden, nicht der häufigste Fehler von Sportwettenden überhaupt.
Eine Kombiwette multipliziert die Quoten; die Wahrscheinlichkeit multipliziert sich nicht. Eine Zwei-Wege-Kombiwette auf zwei Spiele zu 1.50 und 1.50 hat eine Gesamtquote von 2.25, eine kombinierte Wahrscheinlichkeit von etwa 44 Prozent, wenn beide Spiele ausgeglichen sind; die Auszahlungsquote eines 5-Prozent-Markts sinkt, und der erwartete Wert ist negativ. Wer drei oder vier Spiele kombiniert, kauft eine Wette, deren erwarteter Wert im Durchschnitt unter dem Einsatz liegt; das ist die Mathematik hinter dem Kombiboost, der genau diese Kombiwetten belohnt.
Häufige Fragen zu ATP Wetten in der Schweiz
Auf welche ATP-Turniere kann in der Schweiz gewettet werden?
Auf die ATP-Turniere, die auf der Gespa-Liste der zugelassenen Wettbewerbe stehen; die Liste wird von der Gespa geführt und nennt die Wettbewerber und die zugelassenen Wettarten pro Wettbewerb. ATP-Masters-1000, ATP-500 und ATP-250-Turniere erscheinen dort, soweit sie zur Wettabgabe zugelassen sind; ein Turnier ohne Listeneintrag ist bei Sporttip und Jouez Sport nicht wetbar, auch wenn es im Kalender steht.
Wie entsteht die Quote bei einem Tennismatch, und welchen Einfluss hat der Belag?
Die Quote folgt aus der Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter dem Ausgang zuweist; auf einem ausgeglichenen Match liegt die Summe der Kehrwerte der Quoten beider Spieler über 1, und die Marge ist die Differenz. Belag verändert die Wahrscheinlichkeit: auf Sand werden Aufschlagspiele kürzer und Ballwechsel länger, auf Hartplatz ist es umgekehrt. Eine Quote, die auf einem Belag fair erscheint, ist auf einem anderen Belag unter Umständen zu niedrig.
Wie wird eine Wette behandelt, wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?
Die Wette wird ungültig, der Einsatz wird zurückerstattet. Voraussetzung ist, dass das Ereignis nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird; eine Verschiebung um wenige Stunden oder einen Tag ist noch keine Absage. Wer eine Wette auf ein Spiel platziert, das verschoben wird, prüft die Mitteilung von Sporttip oder Jouez Sport und wartet den Fristablauf ab.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Gewinn ist Einsatz mal Quote (bei einer Einzelwette) oder mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten (bei einer Kombiwette). Bei einer Einzelwette von CHF 10 auf Quote 1.85 ist der Bruttogewinn CHF 18.50 und der Nettogewinn CHF 8.50; bei einer Kombiwette mit Gesamtquote 3’885 ist der Bruttogewinn CHF 38.85. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den beiden Schweizer Veranstaltern?
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme setzen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage (maximal CHF 9’999 pro Zeiteinheit, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Liechtenstein. Loterie Romande folgt den gleichen Regeln für ihr Vertragsgebiet.
Sind Gewinne steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton» beim Steuerfreibetrag?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; oberhalb wird besteuert. Der Bundesfreibetrag beträgt ab 1.1.2026 CHF 1’071’000, der kantonale Freibetrag unterscheidet sich, weshalb «je nach Kanton» die richtige Formulierung ist. Oberhalb des Freibetrags zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer; die kantonale Steuerpraxis, insbesondere im Kanton Thurgau, behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen.
Geschrieben von der Redaktion „Schwingwetten”.
